Biodiversität

Biodiversität "Sierras Schönheit" - Micandra stephanieae

Die Bedeutung von biologischer Vielfalt und "Generosion"

Leben in seiner verblüffenden Vielfalt ist ein vielleicht einzigartiges Gut, welches die Erde von allen bekannten Planeten des Universums unterscheidet. Der Mensch selbst ist nur ein Teil davon und die biologische Vielfalt (= Biodiversität) als Ganzes ist eine unverzichtbare Grundlage der menschlichen Existenz. Erst in den letzten Jahrzehnten hat man zu verstehen begonnen, wie reichhaltig die irdischen Lebensvielfalt tatsächlich ist. Nach heutigem Kenntnisstand repräsentieren die ca. 1.8 Millionen bekannten Tier- und Pflanzenarten weniger als 10% der tatsächlich existierenden Artendiversität.

Leider ist der Mensch selbst zu einem kritischen Bestandteil der Biodiversität geworden. Durch die wachsende Erdbevölkerung und die damit verbundene Ausbeutung natürlicher Ressourcen erfährt die Vielfalt unserer Erde einen dramatischen Wandel. Schon immer gab es auf der Erde Zeiten, in denen viele der existierenden Arten ausgestorben sind, man denke beispielsweise an die Dinosaurier. Was allerdings heute geschieht ist ein dramatisches und äußerst schnelles Aussterben unzähliger Arten durch menschlichen Einfluß. Genetische Ressourcen, die sich in mehr als drei Milliarden Jahren entwickelt haben, werden nun in kürzester Zeit unwiederbringlich vernichtet. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von "Gen-Erosion".

Das zunehmende Wissen über Biodiversität und ihre Bedeutung führte schließlich auch zu öffentlicher Aufmerksamkeit. Im Jahr 1992 wurde das bisher wohl bedeutendste internationale Abkommen zum Erhalt, Erforschung und nachhaltiger Nutzung von Biodiversität verabschiedet - die Convention on Biological Diversity (CBD) von Rio de Janeiro und die daraus abgeleitete Global Taxonomy Initiative (GTI). Wo früher vorrangig ethische und ästhetische Gedanken für den Erhalt von Biodiversität sprachen, stehen heute ernste ökologische Konsequenzen sowie die enorm hohen ökonomischen und sozialen Kosten im Vordergrund, die der Verlust von Vielfalt nach sich zieht.

Ein Beispiel für die ökonomische Bedeutung von Biodiversität ist die Nutzung von Wirkstoffen in der Medikamentenherstellung. So verwendet man z.B. ein Extrakt aus dem "Madagaskar Immergrün" (Catharanthus roseus) zur Bekämpfung von Leukämie bei Kindern. Der allen bekannte "Fingerhut" (Digitalis) oder manche Schlangengifte finden in der Herstellung von Herzmedikamenten Verwendung. Ein anderes Feld ist die Biotechnologie. So führte beispielsweise die Untersuchung der Hautstruktur von Haien zur Entwicklung von aerodynamischen Oberflächen, die nun im Flugzeugbau Verwendung finden und auch der "Lotus-Effekt" für schmutzabweisende Oberflächen ist inzwischen allgemein bekannt. Immer wichtiger wird die biologische Vielfalt aber vor allem für die Erschließung neuer Quellen zur Ernährung der Weltbevölkerung.

Auch die ökologische Bedeutung der Biodiversität ist wichtig. Jede Art auf unserem Planeten ist mit dem Gesamtsystem vernetzt. Gehen einzelne Teile dieses Systems verloren, so muss dies das Funktionieren des Gesamten noch nicht merklich beeinträchtigen (ein Auto fährt auch noch ganz gut mit abgebrochenem Auspuff). Werden allerdings immer mehr Arten entfernt, so wie es momentan der Fall ist, brechen bestimmte Funktionen des Gesamtsystems irgendwann zusammen. Es läßt sich jedoch nur sehr schwer vorhersagen, wann welche Funktion ausfallen wird und wie 'schlimm' sich dieser Ausfall auswirkt. Die stetige Dezimierung von Tier- und Pflanzenarten kann also irgendwann zu Reaktionen in der Lebensgemeinschaft führen, die unsere eigene Existenz bedrohen.

Biologische Vielfalt ist nicht gleichmäßig auf der Erde verteilt. Das Zentrum der Diversität findet sich in tropischen Regenwäldern und Ufersäumen, also vornehmlich in Entwicklungsländern. Die Industrieländer beherbergen hingegen vergleichsweise wenig Vielfalt. Obwohl diese große Diskrepanz zwischen diversitätsreichen Entwicklungsländern und diversitätsarmen Industrieländern besteht, sind alle Menschen letztendlich in gleichem Maße vom Bestehen der Vielfalt abhängig.

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